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Prof. Dr. Michael Glüer

FB Bildungs- und Gesellschaftswissenschaften

FB BG Geb 20

Professor für Entwicklungspsychologie und Forschungsmethoden

Sprechstunde nach Vereinbarung (vor Ort oder per Zoom)

Schwerpunkte in Forschung und Lehre:

  • Bindungsorientierte Erziehung
  • Videodatenanalyse
  • Entwicklungspädagogik (Angewandte Entwicklungspsychologie der Pädagogik)
  • Angewandte empirische Forschungsmethoden der Frühpädagogik

Lehrveranstaltungen:

  • Forschungsmethoden
  • Entwicklungspsychologie und Entwicklungspädagogik
  • Bindungsorientierte Erziehung
  • Videogestützte Beobachtung und Analyse

Funktionen an der Fachhochschule:

  • Leitung des Beobachtungslabors für kindliche Entwicklung und Bildung
  • Prüfungsausschussvorsitzender Frühpädagogik B.A. Verbund
  • Studienfachberatung Frühpädagogik B.A. Verbund
  • Bibliotheksbeauftragter Fachbereich Bildungs- und Gesellschaftswissenschaften

Forschungsprogramme & Publikationen

Aktuelle Forschungsprogramme

Resodynamische Beziehungstheorie

Die Resodynamische Beziehungstheorie ist ein entwicklungspsychologisches Forschungsprogramm zur Entwicklung einer Theorie über die Bedeutung von Beziehungen für das Erleben, Denken und Handeln von Kindern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Beziehungserfahrungen kindliche Entwicklungsprozesse bestimmen und welche Mechanismen diesen Zusammenhängen zugrunde liegen.

Der Name der Theorie verweist auf zwei ihrer zentralen Grundannahmen. Der Begriff Reso leitet sich vom lateinischen resonare („widerklingen“) ab und beschreibt die Annahme, dass sich Entwicklung wesentlich in sozialen Resonanzprozessen vollzieht. Der Zusatz dynamisch verdeutlicht, dass diese Resonanzprozesse fortlaufenden Veränderungen unterliegen und Kind sowie Bezugsperson sich innerhalb ihrer Interaktionen wechselseitig beeinflussen.

Ein zentrales Anliegen der Theorie besteht darin, die psychologischen Prozesse zu erklären, durch die Kinder Beziehungserfahrungen subjektiv verarbeiten und ihnen Bedeutung verleihen. Warum erlebt ein Kind dieselbe Situation als Ermutigung, während ein anderes sich dadurch unter Druck gesetzt fühlt? Welche Rolle spielen dabei frühere Erfahrungen, aktuelle Beziehungserfahrungen und die Resonanz zwischen Kind und Bezugsperson?

Zur Beantwortung dieser Fragen werden im Rahmen des Forschungsprogramms neue theoretische Konzepte entwickelt, die psychologische Resonanzprozesse systematisch beschreiben und in einen gemeinsamen Erklärungszusammenhang einordnen. Ein Beispiel sind die Resonanzdimensionen. Sie beschreiben grundlegende psychologische Erlebnisdimensionen, entlang derer Kinder Beziehungserfahrungen subjektiv erleben und verarbeiten. Damit bilden sie einen theoretischen Bezugsrahmen, um zu erklären, welche Bedeutung soziale Interaktionen für das Erleben und Handeln eines Kindes gewinnen.

Eine weitere theoretische Annahme ist das Prinzip der resonanzbezogenen Unbestimmtheit. Es beschreibt, dass sich die aktuell erlebte Resonanz eines Kindes weder unmittelbar beobachten noch eindeutig aus einer einzelnen Situation ableiten lässt. Das Resonanzerleben ist kein statischer Zustand, sondern ein fortlaufender und flüchtiger psychischer Prozess, der sich während sozialer Interaktionen kontinuierlich verändert. Es entsteht aus der Wechselwirkung zahlreicher gegenwärtiger und vergangener psychischer Prozesse. Hierzu zählen unter anderem Wahrnehmungen, Gefühle, Gedanken, Körperempfindungen, innere Bilder, Erwartungen, Erinnerungen und aktuelle Umweltreize. Die Gesamtheit dieser im jeweiligen Moment zusammenwirkenden psychischen Prozesse bezeichnet die Theorie als Resonanzlage. Sie beschreibt den aktuellen inneren psychischen Hintergrund des Kindes und bildet den Bezugsrahmen, vor dem sich erschließen lässt, wie das subjektive Erleben des Kindes entlang der Resonanzdimensionen beschrieben werden kann.

Zur Veranschaulichung dieses Prinzips greift die Resodynamische Beziehungstheorie auf das Prinzip der Superposition aus der Quantenphysik zurück. Dort beschreibt Superposition, dass ein System mathematisch durch mehrere mögliche Zustände gleichzeitig beschrieben werden kann. In analoger Weise verdeutlicht dieses Prinzip, dass die aktuell erlebte Resonanz eines Kindes aus der Perspektive der Bezugsperson zunächst nicht eindeutig bestimmbar ist. Aufgrund der Vielzahl gleichzeitig wirksamer psychischer Prozesse kommen mehrere plausible Annahmen über das subjektive Erleben des Kindes infrage. Das beobachtbare Verhalten liefert hierfür wichtige Hinweise, erlaubt jedoch keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die tatsächlich erlebte Resonanz. Erst durch den weiteren Interaktionsverlauf, zusätzliche Informationen und ein vertieftes Verständnis der kindlichen Erlebniswelt kann die Bezugsperson ihre Annahmen schrittweise präzisieren. Die Resonanzdimensionen dienen dabei als theoretischer Bezugsrahmen, um das subjektive Erleben des Kindes systematisch zu beschreiben. Die Bezugnahme auf das Prinzip der Superposition dient dabei ausschließlich der Veranschaulichung des Prinzips der resonanzbezogenen Unbestimmtheit und versteht sich ausdrücklich nicht als Übertragung physikalischer Modelle auf psychologische Prozesse. Mithilfe der Resonanzdimensionen lässt sich eine differenziertes Resonanzprofil der Bezugsperson-Kind Beziehung diagnostisches ableiten.

Die Resodynamische Beziehungstheorie befindet sich derzeit in der Phase der theoretischen Fundierung und Konzeptentwicklung. Langfristiges Ziel des Forschungsprogramms ist die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten theoretischen Bezugsrahmens, der zum Verständnis kindlicher Entwicklung beiträgt und die Grundlage für diagnostische Instrumente sowie evidenzbasierte Interventionsprogramme schafft.

Während die Resodynamische Beziehungstheorie die Grundlagen sozialer Resonanz und kindlicher Entwicklung untersucht, verfolgt das Forschungsprogramm „Zwischen Trotz, Tränen & Trost – Was Dein Kind wirklich braucht“ das Ziel, diese Erkenntnisse in konkrete Handlungskonzepte für Eltern zu übersetzen.

Zwischen Trotz, Tränen & Trost – Was Dein Kind wirklich braucht (TTT)

www.trotztraenentrost.de

„Zwischen Trotz, Tränen & Trost – Was Dein Kind wirklich braucht“ (TTT) ist ein wissenschaftliches Forschungsprogramm zur Konzeption eines evidenzbasierten Elterntrainings. Es versteht sich als integrativer Ansatz, der Erkenntnisse der Resodynamischen Beziehungstheorie (RESO) mit Befunden der Entwicklungspsychologie, Bindungstheorie, Neuropsychologie, Mentalisierungsforschung sowie weiteren wissenschaftlich fundierten Ansätzen der Entwicklungs- und Erziehungspsychologie zusammenführt. Ziel des Programms ist es, diese Erkenntnisse in alltagsnahe Werkzeuge, Übungen und Programmkomponenten zu übersetzen, die Bezugspersonen dabei unterstützen, die erlebte Resonanz ihres Kindes besser zu verstehen und günstige Bedingungen zu schaffen, unter denen Kinder das erhalten, was sie für die Entfaltung ihres Potenzials benötigen.

Der Name des Programms ist bewusst gewählt und verbindet mehrere Bedeutungsebenen. Einerseits beschreibt er die Realität vieler Bezugspersonen, die im Familien- und Betreuungsalltag immer wieder zwischen Trotz, Tränen und Trost handeln und den unterschiedlichen Bedürfnissen von Kindern gerecht werden müssen. Andererseits ist der Titel ein Wortspiel: Trotz Tränen den passenden Trost finden. Damit bringt er die zentrale Idee des Programms auf den Punkt. Herausforderndes Verhalten wird nicht vorschnell bewertet, sondern als Ausdruck der erlebten Resonanz des Kindes (Resodynamische Beziehungstheorie) verstanden. Ziel ist es, auch in schwierigen Situationen die erlebte Resonanz – also das Erleben des Kindes – besser zu verstehen und eine Antwort zu finden, die zu diesem Erleben passt. So erhalten Kinder das, was sie benötigen, um ihr Potenzial zu entfalten.

Im Mittelpunkt stehen keine allgemeinen Erziehungstipps, sondern wissenschaftlich begründete Handlungskonzepte, die komplexe psychologische Prozesse verständlich und unmittelbar erfahrbar machen. Hierzu werden Metaphern, Leitsätze, Trainerübungen und alltagsnahe Werkzeuge entwickelt, die wissenschaftliche Theorie mit der pädagogischen Praxis verbinden.

Eine Programmkomponente ist beispielsweise der Heißluftballon der Leichtigkeit. Er dient als Metapher für die Beziehung zwischen Bezugsperson und Kind. Wie ein Heißluftballon durch warme Luft aufsteigt, wird auch eine Beziehung durch gemeinsames positives Erleben getragen. Freude, Unbeschwertheit, Wohlbefinden, Genuss und andere positive Beziehungserfahrungen bilden dabei sinnbildlich die warme Luft der Leichtigkeit. Belastende Erfahrungen und ungünstige Interaktionsmuster können dagegen wie Ballast wirken und den gemeinsamen Aufstieg erschweren. Das Programm unterstützt Bezugspersonen dabei, mehr Leichtigkeit in ihrer Beziehung zum Kind entstehen zu lassen und belastenden Ballast schrittweise zu reduzieren. So entstehen günstige Bedingungen, unter denen Kinder das erhalten können, was sie für die Entfaltung ihres Potenzials benötigen.

Im Elterntraining dient der Heißluftballon als anschauliche Gesprächs- und Reflexionsmetapher. Gemeinsam mit den Bezugspersonen wird erarbeitet, wodurch im Familienalltag Leichtigkeit entstehen kann und welche Erfahrungen oder Interaktionsmuster als Ballast wirken. Daraus werden konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Familienalltagentwickelt.

Der Heißluftballon der Leichtigkeit ist eine von zahlreichen Programmkomponenten, die derzeit entwickelt werden. Gemeinsam bilden sie ein strukturiertes Elterntraining, das wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Handlungsmöglichkeiten für Familien übersetzt.

Das Forschungsprogramm richtet sich an Eltern, pädagogische Fachkräfte sowie Institutionen der frühen Bildung, Beratung und Familienhilfe. Es befindet sich in einem fortlaufenden Entwicklungsprozess. Mit zunehmender Ausarbeitung werden einzelne Programmkomponenten wissenschaftlich geprüft und für unterschiedliche Praxisfelder weiterentwickelt. Interessierte Einrichtungen, Fachpersonen und potenzielle Kooperationspartner sind eingeladen, den Entwicklungsprozess zu verfolgen und mit dem Projekt in den fachlichen Austausch zu treten.

Vorträge und Veranstaltungen

Die Resodynamische Beziehungstheorie (RESO) sowie das Forschungsprogramm „Trotz, Tränen & Trost – Was Dein Kind wirklich braucht“ (TTT) werden im Rahmen wissenschaftlicher Vorträge, Fachkongresse und Fortbildungsveranstaltungen vorgestellt. Die Vorträge richten sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, pädagogische Fachkräfte, Beratungsstellen sowie weitere Interessierte aus Praxis und Forschung. Sie dienen der wissenschaftlichen Diskussion, der Weiterentwicklung der Theorie und dem Transfer aktueller Erkenntnisse in die pädagogische Praxis.

25.–26. September 2026

Bundesfachkongress
Psychische Besonderheiten bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schule
Bad Sassendorf

Hauptvortrag

Das Bedürfnis hinter dem Symptom – Eine entwicklungspsychologische Perspektive auf psychische Besonderheiten im Kindes- und Jugendalter

Der Vortrag verbindet entwicklungspsychologische Grundlagen mit dem Forschungsprogramm „Trotz, Tränen & Trost“ (TTT). Ausgehend von der Annahme, dass Verhalten Ausdruck des subjektiven Erlebens eines Kindes ist, wird aufgezeigt, wie psychische Besonderheiten entwicklungspsychologisch verstanden und daraus konkrete pädagogische Handlungsmöglichkeiten abgeleitet werden können. Dabei fließen zugleich theoretische Konzepte der Resodynamischen Beziehungstheorie (RESO) ein, insbesondere das Verständnis der erlebten Resonanz als Grundlage pädagogischer Entscheidungen.

Seminar

Vom Symptom zum Bedürfnis – Psychische Besonderheiten erkennen und verstehen

Das Seminar vertieft die Inhalte des Hauptvortrags anhand praxisnaher Beispiele. Im Mittelpunkt stehen diagnostische Überlegungen sowie die Frage, wie Fachkräfte hinter beobachtbarem Verhalten die zugrunde liegenden Entwicklungsbedürfnisse erkennen und daraus angemessene pädagogische Handlungsmöglichkeiten entwickeln können. Die Teilnehmenden lernen zentrale Elemente des Forschungsprogramms TTT kennen und wenden diese auf konkrete Fallbeispiele an.

03. Dezember 2026

Science4U
Fachhochschule Südwestfalen

Vortrag

Was, wenn wir uns die wichtigste Frage unseres Lebens noch nicht gestellt haben?

Der Vortrag gibt einen allgemeinverständlichen Einblick in zentrale Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie und bildet zugleich eine Einführung in die wissenschaftlichen Grundlagen der Resodynamischen Beziehungstheorie (RESO). Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Bedingungen Menschen benötigen, um ihr Potenzial zu entfalten, und wie Beziehungserfahrungen das Erleben, Denken und Handeln beeinflussen.

02. März 2027

Fachtag Caritas Essen

Vortrag

Zwischen Trotz, Tränen und Trost – Resonanz als Schlüssel im Umgang mit herausfordernd erlebtem Verhalten

Der Vortrag stellt das Forschungsprogramm „Trotz, Tränen & Trost“ (TTT) vor und zeigt, wie Bezugspersonen herausforderndes Verhalten als Ausdruck der erlebten Resonanz des Kindes verstehen können. Gleichzeitig werden ausgewählte theoretische Grundlagen der Resodynamischen Beziehungstheorie (RESO) vorgestellt, die das wissenschaftliche Fundament des Programms bilden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein besseres Verständnis des subjektiven Erlebens des Kindes zu passenderen pädagogischen Antworten beitragen kann.

Publikationen

  • Glüer, M. (2026). Bindung in der Kindheit: Grundlagen und Förderprogramme. Müchnen: UTB. Reinhardt Verlag. Link zum Buch
  • Lohaus, A., Glüer, M. (2025). Selbstregulation bei Kindern im Rahmen der Entwicklungs- und Erziehungspsychologie. In: B. Kracke & P. Noack (Hrsg.), Handbuch Entwicklungs- und Erziehungspsychologie. Springer: Berlin. https://doi.org/10.1007/978-3-642-54061-5_7-2
  • Glüer, M. (2024). Beziehung [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/Beziehung
  • Glüer, M. (2024). Selbstregulation bei Kindern und Jugendlichen. Sozialpädagogische Impulse. 2-24, 12-19.
  • Glüer, M. (2021). Digitale Medienkompetenz und Cyberbullying. In A. Lohaus & H. Domsch (Hrsg.), Psychologische Förder- und Interventionsprogramme für das Kindes- und Jugendalter (S. 275–286). Berlin: Springer Verlag.
  • Glüer, M. (2019). Frühpädagogische Forschung [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/Fruehpaedagogische-Forschung
  • Glüer, M. (2018). Software for Coding and Analyzing Interaction Processes. In E. Brauner, M. Kolbe & M. Boos (Eds.), Cambridge Handbook of Group Interaction Analysis. Cambridge: University Press.
  • Glüer, M. & Lohaus, A. (2018). Elterliche und kindliche Einschätzung von elterlichen Medienerziehungsstrategien und deren Zusammenhang mit der kindlichen Internetnutzungskompetenz. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 67, 181–203.
  • Glüer, M. (2018). Digitaler Medienkonsum. In A. Lohaus (Hrsg.), Entwicklungspsychologie des Jugendalters (S. 197–222). Berlin: Springer Verlag.
  • Glüer, M. & Gregoriadis, A. (2017). Quality of teacher-child relationship and preschoolers‘ pro-social behaviour in German kindergartens. Education 3-13, 45, 558-571. doi:10.1080/03004279.2016.1140802
  • Lohaus A. & Glüer, M. (2017). Selbstregulation bei Kindern im Rahmen der Entwicklungs- und Erziehungspsychologie. In B. Krake & P. Noack (Hrsg.), Handbuch Entwicklungs- und Erziehungspsychologie. Berlin: Springer Verlag. Link
  • Glüer, M. (2017). Bindungs- und Beziehungsqualität in der KiTa:Grundlagen und Praxis. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Glüer, M. & Lohaus, A. (2016). Typisch weiblich – typisch männlich? Erziehungsverhalten und Bildungsangebote von männlichen und weiblichen Fachkräften im Kindergarten. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 3, 180-192. Link
  • Glüer, M. & Lohaus, A. (2016). Participation in social network sites: Associations with the quality of offline and online friendships in German preadolescents and adolescents. Cyberpsychology: Journal of Psychosocial Research on Cyberspace, 10, article 2. doi:10.5817/CP2016-2-2
  • Glüer, M. (24.01.2015). Software zur Videodatenanalyse: Ein Überblick
    [Internetseite]. Zugriff am 24.01.2015. Verfügbar
    unter: http://www.videodatenanalyse.de/software.
  • Glüer, M. (23.01.2015). Annotatoren in der Videodatenanalyse: Ein Überblick
    [Internetseite]. Zugriff am 23.01.2015. Verfügbar
    unter: http://www.videodatenanalyse.de/software/annotatoren/ELAN.
  • Glüer, M. & Lohaus, L. (2015). Frequency of victimization experiences and well-being among online, offline, and combined victims on social online network sites of German children and adolescents. Frontiers in Public Health 3:274. doi:10.3389/fpubh.2015.00274
  • Lohaus, A., Lamm, B., Keller, H., Teubert, M., Fassbender, I., Glüer, M. Borchert, S., Vöhringer, I., Teiser, J., Freitag, C., Suhrke, J., Knopf, M. & Schwarzer, G. (2014). Gross and fine motor differences between Cameroonian and German children aged 3 to 40 months: Results of a cross- cultural longitudinal study. Journal of Cross-Cultural Psychology, 45, 1328-1341. doi:10.1177/0022022114537703
  • Milatz A., Glüer M., Harwardt-Heinecke E., Kappler, G. & Ahnert L. (2014). The Student-Teacher Relationship Scale: Validation and Measurement Invariance across Context and Gender in a German Sample. Early Childhood Research Quarterly, 29, 357-368. doi:10.1016/j.ecresq.2014.04.003
  • Glüer, M. (2014). Zielgruppe Erzieherinnen: Entwicklungsförderung im Kindergarten. In A. Lohaus & M. Glüer (Hrsg), Entwicklungsförderung im Kindesalter: Grundlagen, Diagnostik und Intervention (S. 283-302). Göttingen: Hogrefe Verlag.
  • Lohaus A. & Glüer, M. (2014). Grundlagen der Entwicklungsförderung. In A. Lohaus & M. Glüer (Hrsg), Entwicklungsförderung im Kindesalter: Grundlagen, Diagnostik und Intervention (S. 11-44). Göttingen: Hogrefe Verlag.
  • Lohaus, A. & Glüer, M. (2014). Entwicklungsförderung im Kindesalter: Grundlagen, Diagnostik und Intervention. Göttingen: Hogrefe Verlag.
  • Wolter, I., Glüer, M. & Hannover, B. (2014). How gender-typicality of activities offered and relationship closeness of the child-preschool teacher dyad influence the development of verbal competence in boys and girls. Learning and Individual Differences, 31, 59-65. doi: /10.1016/j.lindif.2013.12.008
  • Glüer, M. (2013). Wie Kinder Geschenkfreude erlernen: Eine Studie zur Sozialisation von Geschenkfreude bei Kleinkindern. Hamburg:Diplomica Verlag.
  • Glüer, M. & Hannover, B. (2012). Observing quality of student-teacher relationships in elementary school classrooms: The Student-Teacher Relationship Observation Measurement (STROM). In: Proceedings of the 15th European Conference on Developmental Psychology. Medimond S.r.l.: Bolognia, Italy, p. 527-532.
  • Glüer, M. (2012). Beziehungsqualität und kindliche Kooperations- und Bildungsbereitschaft. Eine Studie in Kindergarten und Grundschule.Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Hinkelmann, B., Glüer, M. & Schneider, L. (2002). Elternwegweiser für (werdende) Eltern in Potsdam und Umgebung. Fachhochschule Potsdam, Schriftenreihe des Fachbereichs Sozialwesen Nr. 18.

Spezialisierungen

Diagnostik:

  • Fremde-Situations-Test
  • Adult Attachment Interview
  • Geschichtenergänzungsverfahren (GEV-B)
  • Bayley Scale of Infant Develeopment

Intervention:

  • Feeling Seen Familiy Instructor
  • Multi-Modal Attachment Therapy (Level 1)
  • Circle of Security Parenting Facilitator
  • Circle of Security Classroom Facilitator

Abschlussarbeiten

Ich betreue Abschlussarbeiten der folgenden Studiengänge:

  • Bachelor Frühpädagogik (Vollzeitstudium)
  • Berufsbegleitender Bachelor Frühpädagogik (Verbund)
  • Berufsbegleitender Master Frühpädagogik (Verbund)

Auswahl eines Themas:

Abschlussarbeiten können sowohl zu selbst gewählten Themen (Vorschlag durch die Studierende) als auch zu vorgeschlagenen Themen (siehe unten) angefertigt werden. Es werden bevorzugt empirische Abschlussarbeiten in englischer oder deutscher Sprache betreut:

  • Selbst gewählte Themen: Ein selbst gewähltes Thema muss einen frühpädagogischen Bezug aufweisen und sollte sich auf Aspekte der kindlichen Entwicklung beziehen. Wenn Sie ein selbst gewähltes Thema bearbeiten möchten, wenden Sie sich bitte per E-Mail oder innerhalb der Sprechstunde an uns.
  • Vorgeschlagene Themen: Abschlussarbeitsthemen, die vorgeschlagen werden, sind überwiegend an aktuelle Forschungstätigkeiten geknüpft und werden entsprechend diesen Inhalten ausgerichtet. Eine Liste mit aktuell angebotenen Themen finden Sie unten. Sie können aber auch direkt bezüglich eines Themas bei mir nachfragen.

Esrste Schritte:

Wenn Sie bezüglich Ihrer Abschlussarbeit Kontakt per E-Mail aufnehmen möchten, nennen Sie bitte die folgenden Informationen: Name, Studiengang, Vollzeit oder berufsbegleitend, gegenwärtiges Fachsemester, Zeitraum, in dem Sie planen die Abschlussarbeit fertig zu stellen, sowie das Thema, das Sie zur Bearbeitung planen. Alle Abschlussarbeiten, die am Arbeitsbereich betreut werden, müssen eine oder mehrere Forschungsfragen (qualitative Methoden) bzw. Forschungshypothesen (quantitative Methoden) aufweisen und nach den Kriterien guter wissenschaftlicher Praxis angefertigt werden (s. z. B. Balzert, Schröder & Schäfer, 2011). Die Formatierung der Arbeit erfolgt nach den (DGPs, 2019). Die Abschlussarbeit wird in Form eines Forschungsartikels angefertigt. Der Umfang der Arbeit und der Bearbeitungszeitraum wird durch die jeweilige Prüfungsordnung bestimmt. Für die Erstellung der Abschlussarbeit und die Einhaltung der Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens werden folgende Quelle empfohlen:

  • Balzert, H., Schröder, M. & Schäfer, C. (2011). Wissenschaftliches Arbeiten. Ethik, Inhalt & Formen wiss. Arbeiten, Handwerkszeug, Quellen, Projektmanagement, Präsentation (2. Auflage). Berlin: Springer Verlag.
  • Deutsche Gesellschaft für Psychologie (2019). Richtlinien zur Manuskriptgestaltung (5. Auflage). Göttingen: Hogrefe Verlag.
  • Domes, G., Ditzen, B. & Barth, J. (2019). Wissenschaftliches Publizieren in der Psychologie. Ein praktischer Wegweiser und Leitfaden. Berlin: Springer Verlag.
  • Peters, J. H. & Dörfler, T. (2019). Schreiben und Gestalten von Abschlussarbeiten in der Psychologie und den Sozialwissenschaften. Hallbergmoos: Pearson Verlag.

Ablauf der Abschlussarbeit

Mit der Abschlussarbeit sollen Sie nachweisen, dass Sie empirische wissenschaftlich Methoden der Datenerhebung und Datenanalyse korrekt anwenden und die daraus erzielten Ergebnisse angemessen interpretieren können.

1. Planung der Abschlussarbeit

  • Sowohl für Bachelorabschlussarbeiten als auch Masterabschlussarbeiten gilt, dass zu Beginn der Arbeit ein Forschungsexposé eingereicht werden muss. Das Forschungsexposé beinhaltet eine Beschreibung des Forschungsvorhabens (Forschungshintergrund, Forschungsfrage, Methode, praktische Relevanz der Arbeit, Zeitplan) im Umfang von ca. 3 Seiten. Das Exposé dient dazu, die Machbarkeit und Qualität des Forschungsvorhabens von Studierenden vor der Durchführung der Studie zu evaluieren, um ggf. noch Änderungen vornehmen zu können. Ebenso wird es dazu genutzt Studierende vor Beginn der Abschlussarbeit auf gegebene Herausforderungen und Schwierigkeiten aufmerksam zu machen. Für die Anfertigung des Exposés erhalten die Studierende eine schriftliche Anleitung. Erst nach Fertigstellung des Exposés kann mit der Umsetzung der Abschlussarbeit begonnen werden.
  • Literaturtipp: Huemer, B., Rheindorf, M. & Gruber, H. (2012). Abstract, Exposé und Förderantrag. Wien: Böhlau Verlag.

2. Durchführung von Abschlussarbeiten

  • Abschlussarbeitsthemen können allein oder auch in einer Gruppe von zwei oder mehreren Personen angegangen werden. In einer Gruppe werden Daten zu einem gemeinsamen Thema erhoben. Jede Person nutzt anschließend Teile dieses Datensatzes und verschriftlicht eine eigenständige Arbeit mit einer individuellen Fragestellung. Die Forschungsfragen bzw. Forschungshypothesen werden dabei so gestellt, dass diese mit den in den Modulen „Forschungsmethoden“ erlernte Methoden auch bearbeitet werden können.

3. Betreuung der Abschlussarbeit

  • Sie werden über die gesamte Bearbeitungszeit intensiv bei der Auswahl des Themas, der Erstellung der Forschungsfragen /Forschungshypothesen, der Datenerhebung und Datenauswertung betreut. Der Austausch erfolgt über einen eigenen Server auf dem Dokumente (z. B. Literatur und Protokolle) abgelegt werden können. Es werden Hilfestellung in Form von Anleitungen zur Verfügung gestellt (z. B. Gestaltung eines Exposés; Richtlinien zur Gestaltung der Abschlussarbeit: Literaturhinweise). Zugang zu den Unterlagen erhalten Sie nach einer Betreuungszusage. Kommen mehrere Abschlussarbeiten zusammen, wird vom Arbeitsbereich eine Abschlussarbeitsgruppe angeboten. In dieser Gruppe werden zu festgelegten Terminen Fragen und Inhalte zu den Abschlussarbeiten besprochen. Studierende können beispielsweise Ihre Fragen in der Gruppe diskutieren oder Ihre Planung bzw. erzielten Ergebnisse in der Gruppe zur Diskussion vorstellen.

4. Struktur der Abschlussarbeit

  • Sowohl quantitative als auch qualitative Arbeiten müssen dem Aufbau eines wissenschaftlichen Zeitschriftenartikels entsprechen (Zusammenfassung, Theorie, Methode, Ergebnisse, Diskussion; siehe DGPs, 2019). Bei der Entwicklung des Forschungsdesigns, der Datenauswertung und der Verschriftlichung der Ergebnisse erhalten Studierende Unterstützung durch den Betreuer.

5. Auswahl eines Themas der Abschlussarbeit

  • Das Thema einer empirischen Abschlussarbeit sollte so gewählt werden, dass dieses innerhalb der vorgegebenen Bearbeitungszeit der jeweiligen Prüfungsordnung aufgearbeitet werden kann. Vorstellbar sind Untersuchungen mit kleinen Stichproben, Fallanalysen oder kleine Interventionen. Empirische Arbeiten, die mit quantitativen Methoden durchgeführt werden, müssen eine oder mehrere Unterschieds- oder Zusammenhangshypothesen beinhalten. Qualitativen Abschlussarbeiten enthalten eine oder mehrere Forschungsfrage/n. Die Datenerhebung und Datenauswertung erfolgten mit einschlägigen Methoden. Es wird insbesondere auf eine detaillierte Dokumentation der qualitativen Vorgehensweise wertgelegt, damit die Analyseschritte in der Abschlussarbeit nachvollziehbar beschrieben werden können.
  • Eine Abschlussarbeit sollten Sie sich auf ein entwicklungspsychologisches Thema beziehen. Bevorzugt werden Themen die an die Forschungsschwerpunkte des Arbeitsbereichs anknüpfen: Bindung, Exploration, bindungsbasierte Erziehung und Intervention, Entwicklungspädagogik und Videodatenanalyse. EIne Liste von angebotenen Themen finden Sie nachfolgend.

Aktuell angebotene Themen:

  • Fallanalyse der kindlichen Entwicklung anhand von Beobachtung (B.A.)
  • Worauf achten Fachkräfte in der Eingewöhnung - Eye Tracker Studie (M.A./ B.A)
  • Ambivalente Bindung bei Kindern mit starkem Bindungsbedürfnis - Individuelle Unterschiede und elterliches Verhalten (2 Arbeiten)
  • Bindungsorientierte Erziehung im Alltag (B.A./ M.A.)
  • Bindungsverhalten im Kindergarten (B.A. / M.A.)
  • Entwicklungspsychologische Interventionsverfahren in der Praxis (B.A).
  • Entwicklungspädagogik in der Praxis (B.A.)
  • Bindungsdiagnostik in der Praxis (B.A.)
  • Beziehungsqualität & Überfürsorge (B.A. / M.A.)

Vita

  • Geboren 1976 in Ravensburg
  • Abitur 1998 an der Edith-Stein Schule in Ravensburg/ Weingarten: Ernährungswissenschaftliches Gymnasium

Studium

  • 2000-2006 Studium der Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kleinkindpädagogik an der Freien Universität Berlin
  • 2003-2004 Studium der Psychologie am Whitelands College, Roehampton University, London.
  • 2006 Diplom in Erziehungswissenschaft an der Freie Universität Bielefeld. Betreut durch Prof. Dr. Hellgard Raum (Arbeitseinheit Entwicklungspsychologie, Universität Potsdam).

Promotion

  • 2006-2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Predoc) am Arbeitsbereich Schul- und Unterrichtsforschung der Freien Universität Berlin (Prof. Dr. Bettina Hannover). Thema: Bindungs- und Beziehungsqualität und kindliche Kooperations- und Bildungsbereitschaft.

Postdoc-Phase

  • 2012-2018 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie und Entwicklungspsychopathologie der Universität Bielefeld (Prof. Dr. Arnold Lohaus)